Türkisch - Armenische Beziehungen

 

Es wird darüber noch diskutiert, welcher Rasse die Armenier angehören in welchem geographischen Gebiet sie damals lebten. Sie lebten unter der Herrschaft von Persien, Mazedonien, Seleukiden, Römern, Parthern, Sassaniden, byzantinischem Reich, Arabern und Türken. Es waren die türkischen Seldschuken, die die Armenier von den Grausamkeiten des Byzantinischen Reiches befreit und ihnen das Recht auf ein menschenwürdiges Leben gewährt haben, als die Armenier ab 1071 unter türkische Herrschaft kamen. In der Zeit von Fatih "der Eroberer", des Mehmed II., wurden den Armeniern Religions- und Gewissensfreiheit zugesichert und das armenische Patriarchat wurde errichtet, um die religiösen und gesellschaftlichen Aktivitäten der armenischen Gemeinde zu regeln.

Die Geschichte hindurch wurden die Armenier von Römern, Persern und Byzantinern von einem Ort zum anderen in Anatolien vertrieben. Sie wurden in die Kriege verwickelt und öfters als Bürger der dritten Klasse behandelt. Aber nachdem die Türken Anatolien betraten, genossen die Armenier die gerechte, menschliche, tolerante und verbindende Moral und Glauben der Türken. Die Zeit bis Ende des 19. Jahrhunderts, in dem diese Beziehungen sich entwickelten und ihren Höhepunkt erreichten, war "Das goldene Zeitalter der Armenier" Unter den nicht-moslemischen Staatsangehörigen im Osmanischen Reich waren die Armenier diejenigen, die die Möglichkeiten am meisten nutzten, welche das Osmanische Reich jedem seiner fleißigen, würdigen, anständigen, fähigen und kreativen Bürger bot. Vom Wehrdienst waren die Armenier ganz befreit und brauchten zum Teil auch keine Steuern zu zahlen. Dies ermöglichte ihnen, im Handel, in den handwerklichen Berufen, in der Landwirtschaft und in den Verwaltungsdiensten aufzusteigen. Aufgrund ihrer Loyalität und ihrer Integration in die türkische Gesellschaft und ihres friedlichen Lebens mit dem türkischen Volk bezeichnete man das armenische Volk zu Recht als "Getreues Volk".

Mit folgenden Aussagen bestätigt auch der amtierende armenische Patriarch Mesrob II., wie wichtig die Gründung des Patriarchats war: "Die Gründung des armenischen Patriarchats in Istanbul ist ein einzigartiges Geschehen in der Geschichte. Daß Mehmed II. Fatih "der Eroberer", acht Jahre nach der Eroberung von Istanbul durch einen Erlaß im Jahre 1461 das Episkopat in West-Anatolien in Istanbuler Patriarchat verwandelte, ist ein klares Beispiel für die Zukunftsperspektive und für die Toleranz gegen andere Religionen die vom ihm und den anderen osmanischen Herrschern geübt wurde. Daß ein Herrscher ein Amt für geistliches Oberhaupt der Angehörigen einer anderen Religion gründen läßt, gibt es in der Geschichte weder vor noch nach Fatih, dem Eroberer".

"Die Bedeutung dieses vor 538 Jahren verwirklichten Geschehens, die Bedeutung der interreligiösen und interkulturellen Toleranz können wir erst dann recht begreifen, wenn wir nur die erlebten Unruhen in der Welt und besonders die Kriegsatmosphäre in unserer Umgebung vor Augen halten, die wir zur Zeit erleben, wo wir gerade ein neues Jahrtausend antreten".

Unter den Armeniern, die in ihrer Umgebung auf Türkisch sprachen und sogar ihre Gottesdienste in der türkischen Sprache verrichteten, gab es sogar Leute, die viele wichtige Positionen im osmanischen Staatsdienst erreichten. Manche waren sogar als Minister für öffentliche Arbeiten, als Marinen-, Außen-, Finanzminister, sowie als Minister für Staatskasse, für Post- und Telegrammwesen; Und waren für Münzstätte oder als Staatssekretär in diesen Ministerien tätig. Es gaben sogar Autoren unter denen, die über die Probleme des Osmanischen Reiches Werke in türkischer Sprache und in Fremdsprachen verfaßt haben.

Aber als das Osmanische Reich begann, an Macht zu verlieren, fielen die Armenier auf Versprechungen einiger Staaten herein und fangen dann mit Aufständen und Massakern an, die Zehntausende von Türken und Armeniern das Leben kosteten. Sie versuchten immer wieder das Land zu teilen, auf dem sie seit tausend Jahren in Ruhe und Gemütlichkeit lebten, weil sie auf Versprechungen einiger Staaten hereinfielen, welche üble Absichten auf die Türkei hatten.